Smaller Default Larger

Flightdeck L.E. – die Technik dahinter

Nicht nur interessant für Mitbewerber, Home-Cockpit Flieger, nein, auch für den einen, oder anderen Flug-Gast. Einen Blick hinter die Kulissen gibt es nur zu unseren „OpenDays“ und nur für ausgewählte Gäste, nicht dass wir Angst um unser Know-How hätten, ok, auch etwas, aber wir wollen vor allem die Illusion nicht zerstören. Es ist wie bei einem Zauberer, man kann sich manchen Zaubertrick mehrfach anschauen, es kann immer wieder faszinierend sein. Obwohl man genau weiß, dass kein Mensch auf dieser Erde zaubern kann, es sich „nur“ um Illusionen handelt, bleibt es Interessant. Wenn der Trick verraten wurde, wie er im Detail funktioniert, ist es manchmal so simpel, wie man getäuscht wurde, aber die Illusion ist zerstört. Schaut man sich den Trick nun noch mal an, ist es nun nahezu unspektakulär. In der Flugsimulation ist das ganz ähnlich. Wir möchten euch nicht betrügen, das geht gar nicht, aber wir möchten euch verzaubern und die Illusion entstehen lassen, dass wir tatsächlich fliegen. Das ist ein wichtiges Ziel für uns und das haben wir ganz gut erreicht. Obwohl normalerweise jeder der zu uns kommt genau weiß, dass wir den Boden nicht verlassen, haben die Mehrzahl das Gefühl, sie fliegen wirklich. Man hält sich fest im Kurvenflug, man bekommt einen flauen Magen, ja, manche hatten schon Druck auf den Ohren. Wir sind jedes Mal wieder überrascht, wie Gäste ihr Erlebnis bei uns schildern, was sie (denken) empfunden zu haben, das ist echt cool und damit sind wir wirklich sehr zufrieden, dies erreicht zu haben.
Wie erreichen wir das nun, was steckt alles, außer Know-How, dahinter?
Am Beispiel unseres „Flaggschiffs“, ach nein, es ist ja quasi das „Flaggflugzeug“, dem Airbus A320-233 mit 16 Premium Economy Sitzplätzen für Begleitpersonen in der Kabine, möchten wir mal ein kleines Stück das „Tuch des Geheimnisses“ anheben. Nur ein kleines Stück!
Wir haben unser Originalgetreues Airbus A320-233 Cockpit. Hier ist also wirklich alles wie im Original, nichts mehr und nichts weniger. Wir haben alle Instrumente, Steuereinrichtungen, Schalter und Knöpfe, die wie im original alle funktionieren. Es befinden sich zwei High-End Sitze für den Kapitän und den First Officer im Cockpit, dahinter die beiden Jump-Seats. Das Cockpit hat 2 große Frontfenster und jeweils 2 Seitenfenster (li / re) über die nach draußen der Blick auf die Projektionsfläche ermöglicht wird. Die Frontprojektion besteht aus einer Spezialfläche mit einer Höhe von 3,20 Meter, diese ist mit einem Radius von 2,5 Meter bis auf 180 Grad gebogen und läuft dann an den Enden mit ca. 1,50 Meter pro Seite gerade aus. Der Umfang liegt dadurch bei ca. 11,5 Meter. Auf diese Fläche projizieren 3 Full-HD-Beamer ein entzerrtes, vollständiges Bild mit einer Nutzfläche von über 30 m². Es ist kein Übergang zwischen den drei einzelnen Beamerbildern zu erkennen und bei normaler Sitzposition erkennt man zu keiner Zeit Anfang, oder Ende des Bildes. Also hat man keinen fixen festen Bezugspunkt, der nicht zur Simulation gehört. Das ist extrem wichtig für die Illusion, tatsächlich zu Fliegen. Das Cockpit, die Kabine und die Visualisierung werden von insgesamt 7 Computersystemen gespeist. Davon sind zwei die Tablet-PCs im Cockpit, auf denen das EFB (Charts der Flughäfen usw.) und natürlich unser IOS (Instructor Operation System) läuft. Mit letzterem können wir uns zu einem bestimmten Flughafen versetzen, wir können Fehler einspielen (Triebwerksausfall usw.), wir können Tages-, Nachtzeit verändern, das Wetter definieren (wir fliegen grundsätzlich mit Live-Wetter) und noch viel mehr. Zwei Computer-Systeme sind High-End Maschinen, die für die Grafik und Berechnung der Flug-Physik verantwortlich sind. Die restlichen drei Systeme sind Computer mit hoher Ausstattung, für die Anzeigen (Displays) im Cockpit und diverse Module (Overhead, Pedestal, MIP, Glare usw.). Mehrere Hochleistungs-Endstufen versorgen die Lautsprecher mit dem richtigen Ambiente-Sound, den Kabinen-Ansagen, den Call-Outs vom FMGS, den Flugzeug-Geräuschen (Fahrwerk, Klappen, Motoren, Luftgeräusche) und vielem anderen. Zwei Endstufen sind alleine nur für die Bass-Shaker zuständig und versorgen die 8 Shaker mit den entsprechenden Vibrationen, Dröhnen und Rumpeln! Gemanagt wird das Ganze über unser High-End Soundsystem, dessen Herz zwei Professionelle MOTU AVB Interfaces aus dem Hause Klemm-Musik darstellen. Hierbei handelt es sich um professionelle Tontechnik, wie sie in Tonstudios, oder Live-Bands verwendet wird. Dadurch erfolgt die Verarbeitung der Signale, das Routing, Einstellen eventueller Effekte, Abmischen, Regeln der Lautstärke vollständig digital über ASIO. Auch die Ansagen vom Tower (ATC), die Kabinenansagen aus dem Cockpit, Ansagen der Kabinen-Crew in die Kabine, oder „Anrufe“ ins Cockpit werden darüber gesteuert. Hier haben wir lange gesucht und getestet bis wir die optimale Lösung gefunden hatten, vielen Dank an Michael vom Klemm-Musik, der sehr viel Geduld mit uns hatte und bei Fragen auch hat! An unser Cockpit schließt sich unsere Kabine an. Mit den insgesamt 16 Premium Economy Plätzen, 4x 3-er Bank, 2x 2-er Bank, den Originalen Fenstern mit Sonnenschutz, originalen Gepäckfächern ist das wie im echten Flieger. Über die Fenster blickt man nach außen auf die Seitenprojektion mit ca. 18 m² Fläche. Man sieht die Tragflächen des Flugzeugs, erkennt die Bewegung der Start- und Landeklappen, der Querruder, der Bremsklappen und sieht die Lichter. Man sieht die Gegend um das Flugzeug herum, man sieht es regnen, oder die Sonne scheinen, man sieht Blitze, hört Donner, man denkt man fliegt. Ja gut, wir haben für unsere Gäste an zwei Stellen etwas getrickst. Die Tragflächen wurden etwas nach vorn geschoben, sonst würde man diese von den ersten Reihen aus ja gar nicht sehen können. Zum zweiten haben wir den Bauch unseres Fliegers etwas in die Breite gezogen, um einen breiteren Gang zu bekommen und dadurch auch Gästen die an den Rollstuhl gebunden sind den Zugang zu ermöglichen.
An der Trennwand zwischen Cockpit und Kabine befindet sich ein großer Bildschirm, dieser überträgt das Live-Bild aus dem Cockpit. Dadurch ist von jedem Platz aus in der Kabine das Geschehen im Cockpit vollständig zu verfolgen. Da wir ja nicht wirklich fliegen lassen wir die Cockpit-Tür die gesamte Zeit offen, dadurch gibt es also die Möglichkeit auch darüber ins Cockpit zu schauen.
Die Signs (No Smoking und Seat Belts) werden vom Cockpit aus gesteuert. Rauchverbot besteht natürlich nicht nur im Cockpit, sondern in allen Räumen bei Flightdeck L.E. Die Anschnallzeichen sollten jedoch beachtet werden, generell empfiehlt es sich für die Zuschauer zumindest während des Fluges auf ihren Plätzen sitzen zu bleiben. Es lagen schon Gäste im Gang, bei denen die Augen über den Körper die Oberhand gewannen und sie dachten, das Flugzeug kippt (in der Fachsprache „rollt in der Luft“) wirklich. Also, bitte sitzen bleiben, anschnallen ist nicht wirklich nötig, obwohl es immer eine tolle Soundkulisse ist, wenn die Gurte geöffnet werden, nachdem der Kapitän die Anschnallzeichen gelöscht hat. Klack-klack-klack …. 😉
Cockpit und Kabine sind dadurch eine Einheit und es gibt keinen Festen Bezug, alles bewegt sich mit (denkt man) und damit ist die Illusion perfekt.
Bei unseren anderen Flugzeugen kommt nun noch die Motion-Plattform, mit den gewaltigen Motoren und dem Controller für die Steuerung und die entsprechende Software dazu.
Natürlich ist es mit der ganzen Hardware nicht getan, den größten Teil (vor allem auch finanziell) nimmt die Software in Anspruch. Neben dem Basispaket für die Ansichten (Cockpit und Kabine) kommen noch unzählige weitere Software-Anwendungen dazu. Die Software für die Flug-Physik ist hier das Herzstück. Daneben laufen noch Anwendungen für Navigation, Live-Wetter, Funkverkehr usw. Wir haben für größere Veranstaltungen natürlich auch unseren eigenen „Tower“. Im Kontrollzentrum sitzt dann also ein „Fluglotse“ (ATC), der mit den Cockpitbesatzungen über Intercomm kommuniziert, Anweisungen gibt und dafür sorgt, dass alle Flieger sicher am Boden rollen, starten, fliegen und landen. Dies nutzen wir aber nicht bei den „normalen“ Erlebnisflügen, damit wären die Gast-Piloten dann sicher überfordert.
So, hoffentlich nicht zu viel verraten, die Illusion soll gewahrt bleiben und Du sollst bei uns das Gefühl des echten Fliegens und steuern eines Flugzeugs Deiner Wahl haben, ein Airlebnis der Extraklasse, denn

Flightdeck L.E. Flugsimulation Sachsen – Next Generation, Virtual is not enough for us

Mehr Informationen, im Detail und in der Tiefe, ein Blick hinter und unter die Kulissen, immer zu unseren OpenDays, über die wir rechtzeitig in den Sozialen Netzen informieren und zu denen wir einladen.